Wenn Glaube  krank macht


Elke Endraß / Siegfried Kratzer
Wenn Glaube krank macht
Wege aus der Krise


Kreuz Verlag
120 Seiten
12,5 x 20,5 cm
€ 16,95 sFr 30,90
ISBN 3-7831-2528-6

  • Haben Sie manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn Sie lachen?
  • Können Sie sich nur verhalten über etwas freuen?
  • Haben Sie Schuldgefühle, wenn es Ihnen (zu) gut geht?
  • Schämen Sie sich mitunter, wenn Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Zärtlichkeiten austauschen?

Macht Glaube krank? Auszug aus einem Interview:glaube_cover1

    “Ich bin sehr streng katholisch erzogen worden. Die Themen, um die sich alles dreht, waren Hölle, Verdammnis, Fegefeuer. Alle die jenseitigen Dinge, die die katholische Kirche nach wie vor noch lehrt. Meine Probleme kamen, als ich die Schule mit 16 Jahren verließ. Ich habe noch keine wichtige Lebensentscheidung selber getroffen. Ich rutschte in meinen Beruf, weil meine Eltern es so wollten. Ich komme mit dem Alltagsleben kaum zurecht. Problematisch ist alles, was mit dem Körper zu tun hat, vor allem die Sexualität. Ich stehe zum Beispiel vor dem Schwimmbad mit dem Eintrittsgeld in der Hand und kehre wieder um, weil man mir beigebracht hat, dass es Sünde ist, seinen Körper halbnackt zur Schau zu stellen. Ich bin nicht verheiratet. Seit 20 Jahren fahre ich allein in den Urlaub. Meine Angst hindert mich am Leben”.

Als in einer Rundfunksendung unsere Interviews mit Menschen ausgestrahlt wurden, die an ihrem Glauben krank geworden sind, waren wir überrascht von den zahlreichen Reaktionen gerade auch von jungen Hörern. Wer glaubt, die religiöse christliche Erziehung hinterlasse heutzutage kaum noch bleibende Spuren, der irrt. Das Vorkommen religiös bedingter Neurosen bei Sektenmitgliedern, ist längst bekannt. Dass sie aber auch innerhalb der beiden großen Volkskirchen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, gehört zu den Problemen, die in christlichen Kreisen gerne verdrängt werden.

Auf viele Menschen hat der Glaube keine befreiende und lebensentfaltende Wirkung. Belastet durch eine falsche Erziehung und fragwürdige Gottesbilder fühlen sie sich oft ein Leben lang unterdrückt und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gehemmt. Mangelndes Selbstwertgefühl, Ängste, Kontaktschwierigkeiten, Zwangshandlungen bis hin zu Depressionen und Selbsttötung sind die Folge. Oft kommt es auch zum Religionsverlust oder zu einer Entartung des religiösen Lebens. In unserer Sendung „Wenn der Glaube krank macht“ haben wir damals mit betroffenen Christen beider Konfessionen gesprochen. Die teilweise erschütternden Berichte machen deutlich, dass das barmherzige Gottesbild aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn oft erst mühsam erarbeitet werden muss. Meist sitzen die religiösen Verletzungen so tief, dass die Hilfe eines erfahrenen Seelsorgers und Therapeuten nötig ist.

Dieses Buch richtet sich an alle, denen ihr Glaube Angst macht oder die so  unter ihrem Glauben leiden, dass sie erkrankt sind. Es richtet sich an Menschen, die möglicherweise sogar an einer “ekklesiogenen Neurose“ leiden - an einer Neurose, die durch die Kirche verursacht wurde.  Es wendet sich an Christen der beiden großen Konfessionen, sowohl an Angehörige der katholischen als auch der evangelischen Kirche sowie an die so genannten Evangelikalen.

Wir möchten mit diesem Buch Mut machen, den überkommenen Glauben kritisch zu hinterfragen. Wir möchten Mut machen zum Zweifel, Mut zu einem selbstbestimmten Leben, das nicht ständig unter den Argusaugen eines strafenden Gottes abläuft. Wir möchten Mut machen, dem richtenden Gott davonzulaufen, um sich in die Arme des  barmherzigen Gottes zu begeben.



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